Diese Fliegerei…

…ja auch irgendwie lustig immer. Spielt sich ab zwischen „ja eh“ und „völlig wahnsinnig“. Da degradieren immer alle, in der Minute, in der sie ihren Hintern in den Sessel plumpsen lassen. Kein bitte danke irgendwas. Fängt eh schon beim boarden an eigentlich. Die überlegen sich ja was mit ihrem Einsteigsystem, die Airlines, so von wegen Gruppe F als erstes, damit die mal ganz hinten im Flugzeug verräumt sind und das gleiche in Ruhe mit ihrem Zeugs machen können und dann geht’s das Alphabet rückwärts so dahin. Klar, wer Mitglied bei irgendwelchen Stern-Allianzen ist, der kommt als erstes dran oder aber wann immer er möchte, aber die halten sich schon ran meistens, gibt schließlich Champagner zu vernichten oder was auch immer die besseren Leute so saufen. Und dann eben das Fußvolk. Das macht seinem Namen dann beim Einsteigen wirklich alle Ehre, da wird getrampelt und gedrängelt, als ging’s um was. Und das versteh ich ja am allerwenigsten: Also, als wär’s nicht völligstens egal, wann man in den Metallvogel reinsteigt. Ich mein, ich fänd’s noch logischer, wenn sich alle bis zur letzten Minute drücken würden, weil jetzt so abgedreht gemütlich is auch wieder nicht und falls doch, hat man ja eh noch Stunden um Stunden davon, bis wieder fester Boden. Aber lustig, wie da der Mensch gestrickt is. Da drängeln alle rein, so als wärs die Reise nach Jericho und es gibt einen Stuhl zuwenig oder was. Noch nicht einmal freie Platzwahl! Und dann stehn sie sich deppert gegenseitig im Weg natürlich, kann man sich ja denken, wenn da so ein B-Kandidat, der sich in die D-Gruppe geschummelt hat, jetzt allen alphabetisch Nach- aber systematisch Vorgereihten, den Gang verparkt, weil er sein Handgepäck so umständlich verräumt, als wär er überhaupt der allererste Mensch. Bei mir bare, beeilen oder nicht, mein Schicksal ist besiegelt, 20B, da hab ich auf beiden Seiten eine(n) sitzen. Natürlich immer oasch sowas, weil da is nix mit anlehnen oder Bein über die Lehne hängen oder was. Eh auch Wurscht eigentlich, weil, dass ich im Sitzen nicht schlafen kann, das weiß ich seit langem. Nutzt sich trotzdem nicht ab, das Gefühl, dass ich denen vor lauter Neid am liebsten eine auflegen würd, die sich da hinsetzen Kopf geradeaus und pennen. Frechheit sowas, echt! Ich versteh nicht, wie das gehen kann! Und da dann eben Verdacht nahe, dass die sich alle, oder zumindest ein Großteil, was ballern und dann hab ich mir gedacht, das kann ich auch und Schlafmittel besorgt und geht scho gemma. Da war ich dann direkt ein bissl aufgeregt, weil erstes Mal, also werf ich ein und schau auf die Uhr und denk mir, jetzt, Beritl, spätestens in einer halben Stunde knipst’s dich aus. Ich überleg noch, ob ich diese Information, so lang ich noch fähig bin, mit den mir nicht bekannten Sitznachbarn teilen muss, weil nicht, dass die sich dann nicht auskennen, wenn ich ihnen auf die Schulter sabber oder was. Ich entscheid mich für Beibehaltung des Informationsgefälles, auch weil ich mir plötzlich denk, dass das vielleicht besser niemand wissen soll, schließlich sitz ich am Notausgang und da hat man ja eine gewisse Verantwortung für das Leben der anderen Passagiere. Jetzt werd ich ein bissl nervös direkt, das hab ich mir vorher nicht überlegt und jetzt is zu spät, jetzt is sie schon drin die Tabse, höchstens könnt ich versuchen, sie wieder hochzuwürgen, aber das is nur so eine Idee, das is mir zu grauslig und würd ich eh nicht zustande bringen, hoff ich also, dass nur ja nix passiert, was ich dann retten müsst aber verschlafe. Ich weiß nicht, ich glaub ich hab mir eine Vollnarkose vorgestellt, wobei ich so einer auch noch nie aktiv begegnet bin und bin daher ein bisschen verunsichert aber auch enorm gespannt. Ja. Und jetzt kann man sich meine Enttäuschung vielleicht vorstellen, weil passiert ist rein gar nix. Also null. Nüsse. Kein Sabber, kein Ausgeknipst, nicht einmal ein klitzekleines bisschen weggenickt. Voll für’n Hugo. Hauptsache links und rechts neben mir schlafen sie seelenruhig. Tja, zieh ich mir eben wie üblich einen Film nach dem anderen ins System. Irgendwer muss schließlich auch im Fall der Fälle das mit dem Sichern des Überlebens am Notausgang regeln. Kategorie einer ist immer der Depp.

Ich weiß ja nicht…

…ich glaub, ich bin eine schlechte Verreiserin. Also ich bin gern verreist, im Sinne von weg, aber eben das vorher nicht so. Dann denk ich mir, vielleicht is es ja das Alter, dass man da vernünftiger wird, sprich sich mehr anscheißt. Eh zurecht irgendwie, viertausendmillionefünfundsiebzig Sachen könnten einem schließlich passieren, wenn man da mal anfängt drüber nachzudenken, also ich sag nur: Hundertstes-Tausendstes. Jetzt nur der Faktor mit der „Fremde“ eher irgendwas. Also von wegen Gefährlichkeit und so. Weil logo, so fängt’s schon an, wenn ich in ein Flugzeug steig, direkt mehr Risiko damit abzustürzen, als an Land zum Beispiel, gleiches mit Boot und untergehen oder eben jedes andere Verkehrsmittel. Also am sichersten vermeintlich gar nicht erst vor die Tür. Jetzt nur blöd, das mit den meisten Unfällen, die alle immer im Haushalt passieren. Wo also hin? Vielleicht Kompromiss, weiß ich, ganz vorsichtig im Garten. Nur kann dir halt auch passieren, dass du da mit Lichtschutzfaktor 30 im Halbschatten sitzt, ganz umsichtig deinen koffeinfreien Kaffee trinkst und parallel stürzt ein Flugzeug ab, in dem du nicht drinsitzt, weil fliegen zu gefährlich und überhaupt ökologischer Fußabdruck vielleicht und dann fällt dir unverhofft die Turbine auf den Kopf, heiterer Himmel und alles. Und da wär dir vielleicht im Vergleich gar nicht soviel passiert vom Flugzeug aus, wenn zum Beispiel super Pilot mit einsA Notlandung oder so. Weiß ich schon, Statistik und Wahrscheinlichkeit und alles, aber davon kannst dir halt unter so einer Turbine auch nix kaufen. Also mein Fazit bei derlei Gedankengängen immer: Leben eben lebensgefährlich, is so. Und wenn schon Statistik, bitte Folgendes: da ist angeblich die eigene Geburt, das Gefährlichste überhaupt auf der Welt. Sprich, wennst das überlebt hast, so gut wie gewonnen. Wahrscheinlichkeitstheoretisch übrigens so, dass wenn ich mir da eine Situation ausmal, direkt unwahrscheinlicher oder sogar voll unwahrscheinlich also fast schon ausgeschlossen, dass es so jemals passieren wird. Das hat was zu tun mit unendlich vielen Möglichkeiten und so weiter. Ich versuch mir eh immer nix vorzustellen überhaupt. Aber das halt auch ein bissl rosaroter Elefant. Und da hat’s der Elefant vielleicht besser, weil sich der alles merkt und dann wird der klüger, nehm ich an. Ich merk mir auch viel, nur bei der Anwendung happerts. Ich könnt mich ja auch einfach mal erinnern, dass noch jedes Mal alles gut war und mit meiner Vorstellung im Vorfeld noch nie was zu tun hatte. Weil das weiß ich sogar schon von meinem Opa, sprich alte Weisheit, dass es nämlich erstens immer anders kommt und zweitens als man denkt. Macht also wirklich keinen Sinn das Gekopfe und wenn schon denken, dann nicht in die Zukunft, weil die unendlichen Variationen sind so viele, da wirst im Leben nicht fertig, da brauchst erst gar nicht anfangen mit ausmalen. Da schau ich besser zurück, wenn ich schon wohin schaun muss unbedingt und dann seh ich, dass ich noch jedesmal das effektive Erleben des Ungewissen, also sowas von, genossen hab. Hängt vermutlich damit zusammen, dass es sich- Gott sei Dank- auflöst oder auch nie wirklich existiert hat, in jedem Fall spätestens wenn’s passiert, gar nicht mehr ungewiss ist. The Future is Now.