Jetzt bin ich glatt…

…im Zug. Echt, da kommt monatelang nix von mir und dann: Tara! -ausm Zug. Das einzige, das mich wirklich inspiriert irgendwie scheinbar. Und natürlich geschenkte Zeit und so. Die ganzen fast viereinhalb Stunden werd ich schlafen, hab ich mir ursprünglich gedacht. Also eh scho wissen, chillen- schlafen geht ja nicht im Sitzen. Stellt sich heraus, im Stehen auch nicht. Ab Meidling is original gar nix mehr gangen. In jedem Sinne des Wortes. Nix vor, nix zurück, mitten im Gang stehn. Gut, tun wir halt bissi Leut‘ schaun. Lustig die verschiedenen Ansätze auch. Irgendwelche gibt’s immer, die einer absurden Hoffnung nachjagen. Die veranlasst sie dazu, sich an jedem Körper vorbei- – mit Taschen und Rollkoffern fast schon durch die einzelnen Personen und deren Taschen und Rollkoffer durch -zuschieben. Und wenn man die fragt, ob sie, in der für sie so verheißungsvollen Richtung, was reserviert haben, dann sagen die Sachen wie: „Ich hoff, dass im Speisewagen noch was frei is“. Und ich denk mir so, liab eigentlich, diese reine, unschuldige Hoffnung. Ich schüttle dann milde den Kopf, blick denen tief in die Augen und sag ganz sanft: „Ich glaube nicht.“ Dann schaun die wiederum ganz verwirrt aus ihren Kuh-Augen und bleiben meist wo sie sind. Gut, da geht jetzt auch wirklich nix mehr durch, so direkt am Ende vom Wagon vorm Speisewagen. Klar, da stehn alle, die lieber stehen, als sich ein safti für einen Sitzplatz zu kaufen. Davon gibt’s hier wies ausschaut eine Menge. Könntest glatt vier Speisewägen befülln mit soviel Geizkrägen. Ja Wurscht, ich sitz mittlerweile so gegenüber von einem Gepäcks-Aufbewahrungs-Teil, Wagon mittig auf dem Boden. Das ist ganz gut eigentlich. Vor allem, weils schließlich schlimmer sein könnt. Zum Beispiel muss ich nicht akut aufs Klo. Dass sich der Zustand mit der Zeit verändern könnt, ist was, was ich mir gedanklich für später aufheb. Auch hab ich kein Kind, Hund, Ikea Kastl (ja ich hab wen gesehen, der mit sowas am Start is-noch nicht aufgebaut zwar aber trotzdem) oder sonstiges dabei und auch nicht in meiner unmittelbaren Nähe. Läuft bei mir eigentlich. Apropos laufen: einmal, recht am Anfang, hab ich mir kurz gedacht, vielleicht schnell raus ausm Zug im nächsten Bahnhof und zurücklaufen und in den zweiten Zug, der dranhängt und dann ab Salzburg nicht mehr mitfährt und dann halt wieder zurück. Nur ist die Hinstrecke eher weit, 3-4 Wagons und dann noch eine Lok. Und der nächste Bahnhof is St. Pölten. Und da will ich nicht am Bahnhof hängen bleiben, bis der nächste überfüllte Zug kommt. In den ich dann nicht reinkomm. Und der nächste. Und der nächste. Dann wär’s echt over. Gestrandet in St. Pölten. 

Eine Antwort auf „Jetzt bin ich glatt…“

  1. Hi Berit – solltest Du wirklich mal in St. Pölten stranden, melde Dich doch 😉 Wir Eingeborenen hier sind meistens recht umgänglich und helfen den Großstädterinnen gern auf ihrem Weg zurück in die Zivilisation.

    Oder Du bleibst da und kommst mit zum Hippies Strand 🌊

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