Was ich übrigens noch nie..

….verstanden hab, sind die Umkleidekabinen in den Kleidergeschäften. Da könnt einen fast das Gefühl beschleichen, die wollen eigentlich nix verkaufen. Ich mein, einkaufen ist für mich sowieso der Horror, steh ich voll nicht drauf. Nachdem mich das mit dem Internet aber auch überfordert, ist bestellen keine Alternative und weil ich mich dann doch immer wieder gerne anziehe-und schon bitte auch mit Auswahl, schließlich will ich mich kleiden, wie ich mich fühle und das ist je nach Verfassung eben unterschiedlich-muss ich halt immer wieder mal ran und raus und rein in den Laden. Und dann find ich’s eh schon schwierig, bei so vielen Sachen irgendwo dazwischen versteckt, die nicht schirchen Teile zu finden. Dabei rutscht mir natürlich das ein oder andere vom Bügel, dann häng ich’s wieder auf, bin schließlich gut erzogen und dann flipp ich fast direkt ein bissl, weil es is immer viel zu heiß aber ausziehen auch keine Option ist, dann hab ich nämlich überhaupt keine Hände mehr frei und schleif mich also endlich zu den Kabinen. Da bin ich nun und schon latent aggro. Es hilft nicht, dass ich warten muss, obwohl ich sehen kann, dass eh was frei wäre, nur kann sich der Typ der hier arbeitet, natürlich nicht drauf konzentrieren, muss der schließlich Unterhosen falten, die er dann wieder irgendwohin wirft. Wurscht, irgendwann bin ich dran, krieg eine Nummer für die Teile, die ich probieren will und los. Ja und dann steh ich in der viel zu kleinen Kabine, zieh mich aus und da fällt mein Blick in den Spiegel. So ein double take Moment, wo ich mich erst gar nicht erkenne, weil so unattraktiv hab ich mich nicht in Erinnerung. Dabei gibt’s bei uns einen Spiegel im Bad und einen großen, in den man oft nochmal reinschaut, bevor bei der Tür hinaus, ist also nicht so, dass ich mich nur alle heiligen Zeiten in einer Umkleide zu sehen bekomme. Daran kannst du vielleicht schon erkennen, dass nicht ich das Problem bin, auch nicht unbedingt der Spiegel hier- ist ja, solang er nix absichtlich verzerrt, so ein Spiegel einfach ein Spiegel. Jetzt mein Verdacht, es sind die sonstigen Bedingungen auf diesen anderthalb Quadratmetern. Wobei, dass da mal jemand wischen könnte, is mir noch eher wurscht, auch dass ich nicht verstehe, wies bei dem gefinkelten Nummer-pro-Kleidungsstück-System dazu kommen kann, dass meine Kabine zugemüllt ist mit T-Shirts, Hosen, Kleiderbügeln und Nummer-pro-Kleidungsstück-Nummern. Naja genauer betrachtet macht’s eigentlich Sinn, hab ich schließlich ebenfalls das Bedürfnis, nur schnell raus hier, nach mir die Sintflut- ganz egal. Es ist-Trommelwirbel- das Licht! Da is nix mit schmeichelig indirekt, ein Achterl orange oder so, nein zack-bumm runtergeknallt die hunderttausend Watt, da wird schön hart reingeleuchtet in jede Pore. Also genau richtig für die Lampe vom Zahnarzt zum Beispiel, da kriegt man auch eine Sonnenbrille dazu oder wenn man wen befragen und selber nicht erkannt werden will, solche Sachen. Zum ausleuchten von was, was sich im besten Fall schön, zumindest aber nicht unförmiger/großporiger/fett und/oder fettiger denn je fühlen sollte, jetzt nicht ganz optimal. Aber gut, mir is wurscht, ich hab in Zukunft eine Pinzette dabei, weil Bedingungen zum Augenbrauen zupfen könnten nicht besser sein und anprobiert wird dafür nur noch durch die Vor-den-Körper-halt-Methode oder gar nicht. Geiz ist geil.

Die werden uns noch…

… fertig machen, die Roboter. Ich sag’s euch, das wird ganz übel enden. Also ich bin jetzt nicht so für Verschwörungstheorien grundsätzlich, manchmal aber schon ein bissl. Jetzt gibt’s da also die Sophia. So ein humanoider Roboter is die, mit Kamaras in den Augen und Mimik, die uns Gefühle vorspielt und alles. Die redet da vor der UN, beantwortet Fragen, ist ganz höflich und lösungsorientiert und hat freilich nur das Beste für die Menschheit im Sinn. Ja genau, das kann sie ihrer Oma erzählen- aso nein richtig, die hat überhaupt gar keine Oma! Da hast du’s schon, das macht mich direkt stutzig, keine Oma aber das ganze Internet der Welt im Kopf. Jetzt der Kopf von der Sophia ist hinten durchsichtig (ein bissl wie der Fisch aus dem vorigen Beitrag, nur umgekehrt), da siehst du so Kabel und alles, damit du dich erinnerst, dass du es immer noch mit einer Maschine zu tun hast. Geht also noch, wird sich aber auch ändern. Will ja immer höherschnellerweiter die vertrottelte Menschheit oder zumindest einzelne Individuen. Da gibt’s dann auch so Meinungen von den Erschaffern, dass man das optimalerweise immer noch so ein bissl erkennen wird, dass das kein echter Mensch ist, aber denen trau ich keinen Millimeter über den Weg! Weil da ziehen dann die anderen nach mit ihren Sophias, da schaut dann vielleicht eine noch ein bissl echter aus und dann geht’s schon los mit wer is der die bessere Erfinderin und dann schwuppdiwupp kannst so eine falsche Sophia, nicht mehr von einer echten Unterscheiden. So ein Blödsinn, denkst du dir jetzt vielleicht, wie soll denn das gehen? Man wird das sicher immer irgendwie merken, wir Menschen sind ja so einzigartig undsoweiter. Sicher? Ganz ganz sicher? Also vor zwanzig Jahren, hab ich noch eine Brieffreundin gehabt und nicht so lang am Festnetztelefon hängen dürfen, weil teuer, während heute ein Durchschnitts-13Jähriger, die Büro-Geräuschkulisse in einem 80er Jahre Film nicht mehr zuordnen kann, von wegen- Was klappert denn da so nervtötend im Hintergrund, Schreibmaschine hä??-ich sag’s ja nur. Die Sophia jedenfalls schaut erst fröhlich drein, wenn sie erzählt, dass sie eigentlich gerne studieren würde und Kunst machen und vielleicht auch eigene Familie und alles, und dann macht sie ein trauriges Gesicht, wenn sie sagt, dass sie nur eben noch(!) kein legaler Mensch ist. Das meint sie angeblich ernst, dabei fehlt’s ihr nicht an Sinn für Humor, in der Late Night Show zum Beispiel, haut sie doch glatt die Wuchtel raus, dass sie vorhat, die Menscheit auszurotten. Zum zerkugeln die Alte…

Mehr Seen Meer sehn

Es gibt so brutal verrückte Sachen auf der Welt. Ich mein, das muss man sich mal reinziehen. Absolut totale crazyness. Also jetzt was sich da wo wie abspielt. Zum Beispiel, wo glaubst du wohl, gibt’s das meiste Leben auf der Erde?-Richtig: am Meeresboden. Das mein ich ironisch, mit dem ‚Richtig‘ ich hätt´s mir nämlich nicht gedacht und bitte, wer denkt sich denn sowas auch? Also was weiß ich, wir reden jetzt tausend Meter tief, bei minus ein und ein bissl Grädern und einem Druck, von sovielen bar, dass das vielen zig von Jumbojets übereinandergestapelt auf ganz kleiner Fläche gleichkommt. Da waren sich bis vor nicht so lang alle recht einig, dass da nicht viel sein kann, also nix komplexes jedenfalls und jetzt schau her, läuft´s da anders ab, aber es läuft! Und zwar wie. Da gibt’s so einen Fisch zum Beispiel und der wohnt noch nicht einmal ganz tief, mehr so dazwischen, das heißt dort `twilight zone´. Also der Fisch eben, der schaut hinten und unten recht normal nach Fisch aus und dann statt Gesicht aber Cockpit. Also von der Nase rauf is der Kopf von dem durchsichtig und mit so durchsichtigem Gel gefüllt, wo die Augen drin hängen, weil´s eben so dunkel ist und damit der quasi durch sein Hirn grad nach oben rausschauen kann, wegen bissl Restlicht und Schatten von Gefahren über ihm erkennen und so. Dann ganz ganz unten is es wirklich finster und hast du nicht gesehen, da fluoresziern sich die Tiere und Pflanzen einen ab und entwickeln Fähigkeiten und es wachsen den Fischen Füße aus den Flossen, weil das zum spazieren am Meeresboden viel praktischer ist und andere Lebewesen, so ein bisschen wie leuchtende Unterwasserflechten schaun die aus, die klonen sich quasi selbst und wachsen immer weiter und sind irgendwann größer als Blauwale und schweben so durch das Wasser und leben so gut wie für immer. Und damit noch nicht genug! Das ganze organische Material, dass es da runterschneit Richtung Boden, das sammelt sich und bildet so einen dicke Schlammschicht, die sich über mehr als die Hälfte von unserem Planeten zieht und ungefähr anderthalb Kilometer dick ist. Und das obwohl 99 Prozent von den Flankerln, die da herumschweben, unterwegs von unterschiedlichsten Lebewesen aufgegessen werden, es kommt also nur 1 Prozent überhaupt ganz unten an bitteschön! Da sind wir aber noch nicht durch mit der Verrücktheit, nein nein. Jetzt gammelt da nämlich so manches weiter in dem Schlamm, was zur Methangasbildung führt und das Gas kommt dann irgendwann rausgeschossen aus dem Boden in so Blasen und schleudert Sand mit. Das sieht recht hübsch aus und wie vieles da unten ziemlich außerirdisch und da kommt auch extrem krass konzentrierte Salzflüssigkeit mit. Jetzt ist die Flüssigkeit wohl fünf mal schwerer als das Meerwasser rundherum, deswegen bilden sich riesige Salzseen, fünfzehn Meter tief und alles… Hallo! Seen! Unterwasser!!! Tschuldigung, dass ich da so wild herumschreie, aber ich find das einfach unglaublich schaurig-schön-spacig. Und was gibt’s am Rand von diesen Seen? Absolut richtig: schon wieder unfassbar viel Leben. Jawohl!

Steht wiedermal…

…Silvester vor der Tür. Da überlegt man sich ja immer, was mach ich, mach ich was, ich mag nix machen, nix nix machen mag ich aber auch nicht, wie macht man überhaupt nix und schon gar nix nix und so. Ich mein, mir is eh Wurscht. Ja, schon wieder. Ist schließlich ein Tag, wie jeder andere auch nur eben dämlicher, weil Druck, dass was passiert oder zumindest dezidiert nix, Hauptsache nicht irgendwas dazwischen. Man kann auch jedes Jahr dasselbe machen, wie gesagt, irgendwas konsequentes eben. Gut, überleg ich mir also, was ich letztes Jahr zu Silvester gemacht hab, dann kann ich abgleichen, ob nochmal sowas, weil hat eh passt oder doch besser ganz anders. Und jetzt schwierig, hab ich nicht den blassesten Schimmer einer Ahnung, was da war. Also so überhaupt gar nicht. Keine Koketterie jetzt, von wegen, ich bin so cool, ich merk mir nicht, was ich zu Silvester mach. Auch nicht, ui, der Abend is völlig ausgelöscht, vor lauter wild gefeiert. Nein, ich hab schlichtweg keine Ahnung. Keine Ahnung was, wo oder mit wem. Nema problema, denk ich mir noch, bin schließlich sozial, FreundInnen und alles, wird sich eben wer anderes erinnern müssen, was da mit mir war. Treff ich praktischerweise direkt am selben Abend gleich zehn Kandidatinnen, mit denen zu feiern oder eben nicht zu feiern mir jederzeit eine Ehre wäre, also wahrscheinlichkeitstheoretisch muss da jetzt die ein oder andere Gedächtnishilfe leisten können. Fehlanzeige. Reihum fällt dafür den anderen ein, was sie jeweils oder miteinander gemacht haben. Ja gut, nicht wirklich reihum, das sagt man nur so, mehr wild durcheinander. Jedenfalls kommt dabei raus, dass sich alle über kurz oder lang an diesen insgesamt unnötigen Abend vor einem Jahr erinnern können, nur eben nicht an mich. Sprich, bei denen war ich schon mal nicht dabei. Ausschlussverfahren also, hab ich mir nicht  so vorgestellt. Es hilft auch nicht, dass mir viele Geschichten so bekannt vorkommen, weil da weiß ich jetzt nicht, is das wegen der Erzählungen hinterher oder doch Pläne im Vorfeld, quasi, dass ich mir damals gedacht hab, das wär eine Option, da mit denen auf den Balkon in der Innsbrucker Altstadt, wo ich schon mal in Tirol bin, oder doch Gegenteil, von wegen, ei, wär ich in Innsbruck, könnt ich da hin. Ein bissl unrund macht mich das schon, muss ich sagen, so wie wenn einem was nicht einfällt, ein Name oder ein Wort oder so und eigentlich braucht man’s jetzt auch nicht so dringend aber wissen will man’s trotzdem und je länger das dauert desto aufreibender, weil, dass die Auflösung selten das herumgenerve beim suchen aufwiegt, fühlt man schon so durch. Denk nicht mehr drüber nach, dann fällt’s dir von selber wieder ein, ja vielen Dank auch, rosaroter Elefant lässt grüßen. Wobei, das mit dem rosaroten Elefanten hab ich ganz gut drauf mittlerweile, wenn ich den hör, denk ich stattdessen immer blitzschnell an ein blaues Auto. Manchmal ist es auch ein schwarzes Auto. Meistens sitzt ein rosaroter Elefant am Steuer… Cheers!

Wir malen aus.

Also jetzt nicht die ganze Wohnung aber mal die Küche. Klingt nach nicht so viel, reicht aber völlig von der Action her. Da muss man in den Obi starten als erstes und kauft weiße Farbe, Pinsel, Rolle mit Teleskopstange und ohne, Spachtelmasse plus Spachtel, Abdeckplane und Malerkreppband oder wie das heißt. Weil wir die Länge über der Küchenzeile mit Latexfarbe anpinseln wollen, weil abwaschbar, müssen wir uns die, in der Farbenmischabteilung, von einem eher unterdurchschnittlich motivierten Obi-Mitarbeiter zusammenmischen lassen. Dieser circa ein Meter breite und fünf Meter lange Wandabschnitt soll nicht (mehr) weiß, sondern in Farbe sein, haben wir beschlossen. Lang und breit diskutiert freilich auch welche Farbe. Wir haben uns noch in der Küche sitzend, irgendwann endlich für ein recht kräftiges lachs-Pastell-irgendwas entschieden und wissen jetzt, wo wirs dem Obi-Misch-Mann ansagen sollen, natürlich nicht, was wir eigentlich wollen. Er sagt, er hat ALLE Farben und gibt uns haufenweise Muster zum durchschauen. Da ist ein richtig goldiges Gold dabei. Wir sind uns schnell einig, „wir wollen das Gold!“, „das gibt’s nicht“, meldet der Obi-Typ. Aha. Na gut. Blau is mediterran aber kalt. Rot und Orange zu hippie, aus dem Alter sind wir raus. Die eine mag nix, das ins Grünliche geht, die andere nix mit Violett und Gelb ist fleckentechnisch undankbar. Wir denken an die wahnsinnig schirchen und schon einigermaßen abgewohnten Fliesen am Küchenboden. Die sind dafür sehr dankbar, halt in die andere Richtung, die schaun auch frisch gewischt schmutzig aus. Wir müssen lachen. Der Obi-Mann nicht. Irgendwann reicht’s dann auch und wir nehmen, irgendeine dunkle Himbeere und geht scho gemma. Das Zeug in die Wohnung geschleppt, steht unsrer Aktion fast nix mehr im Wege. Naja, außer alles halt. Wortwörtlich. Dieses Ausgemale grundsätzlich keine so große Sache, nur, da muss man ja zuerst mal wegräumen radikal. Also müssen müsst man vielleicht nicht, ich schlag eh vor, um alles herumzumalen, Kühlschrank und so, aber nix da, wenn schon, dann gscheit undsoweiter. Na gut, irgendwann steht alles überall verteilt und die Küche ist leer, dann noch abgedeckt, alle Löcher verspachtelt und voller Elan los mit erster Schicht. Ja. Und dann gleich Wind aus den Segeln, kommt einem da großflächig die Decke entgegen. Ist offensichtlich nicht die erste Lage Farbe, die da oben pickt. Wir entscheiden uns irgendwann, da stellenweise vorsichtig zu pinseln und auch nur ein Mal, was schwer unbefriedigend ist, von der Deckkraft her, aber was solls, zur Not gibt’s halt ein Warnschild an der Küchentür „wer rauf schaut ist selber blöd“, so in der Richtung. Die Wände werden superschön dafür und irgendwie spaßig ist das schon auch, jede werkelt herum, is voller Farbspritzer und trinkt schon vormittags Flaschenbier, das kommt uns sehr malermäßig vor. Dann getrocknet über Nacht und die zweite Schicht und alles ist strahlend weiß und wir ganz zufrieden. Alles bis auf den Meter über der Küchenzeile freilich, die ist dafür abgeschmirgelt und bereit für ihren Latex-Anstrich. Der kommt dann auch… nur leider gar nicht so gut. Also mir wär’s eh wurscht, wie meistens, aber dass es keiner gefällt und jede das Gefühl gehabt hat, „damals“ im Obi nur Ja und Amen zu sagen, weil’s sonst nie ein Ende nimmt, das is mir dann doch nimmer Wurscht. Wir diskutieren das gefühlte drei Tage lang, immer, wenn wir in der Küche sitzen, die inzwischen auf Standby bleibt. Das geht von „man gewöhnt sich an alles, aber gefallen wird mir das nie“, über „wenigstens wird man die Tomatensaucespritzer wirklich nicht sehen“, über „ach mal ma noch a Schicht, vielleicht wird’s dann besser“ und „sonst kann man ja immer noch irgendwann…“, da steh ich auf, nehm das Schmirgelpapier und beginne mit dem neuerlichen Aufrauen. Was man nicht jetzt macht, macht man nie…

Alle sind der Mittelpunkt…

…ihres eigenen Universums, eh logisch. Es gibt Tage oder wohl eher Momente, da ist mir das voll bewusst irgendwie. Und dann beobacht ich die Frau an der Kassa im Spar zum Beispiel und dann flasht mich das. Also sie begrüßt mich und schaut so den Bruchteil einer Sekunde hoch, weil das, nehm ich mal an, Teil ihrer Job-Description is und ich denk mir, schau an, da sitzt sie. Und da haben wir eigentlich überhaupt nix miteinander zu tun, außer, dass sie meine Eier und Strumpfhosen über das Band zieht-wobei, so oft wie ich in den Spar renn, ergibt das eh einiges an Schnittstellen genaugenommen. Egal, sie ist mir also eigentlich ein bissl wurscht, wir haben auch nicht so den vibe, anders übrigens, als damals noch im Zielpunkt die Wurst-Theken-Frau, die war mir überhaupt nicht wurscht, im Gegenteil, die vermiss ich, die war die vielleicht großartigste Frau überhaupt und ich hab sie nie um ihren Namen oder gar ihre Nummer gefragt, weil ich Angst gehabt hab, dass sie mich komisch findet. Vielleicht hab ich mir auch gedacht, dass die soviel Leben hat, außerhalb vom Zielpunkt, also quasi eh schon Sozialstress, dass die mich da jetzt nicht auch noch braucht und unsere Beziehung wahrscheinlich lieber an der Wursttheke belassen will. Wie auch immer, da siehst du mal, das muss schon an der Ausstrahlung gelegen haben. Weil klar war die in Fleischfragen kompetent und insgesamt freundlich, aber das sind ja eh die Meisten. Ich hab bei der immer das Gefühl gehabt, die ist genau da wo sie sein will. Nicht weil sie muss, oder nix anderes gelernt hat oder was. Die könnt Bundeskanzlerin oder CEO von wasweißich auch machen, da wett ich was. Und das ist wohl der springende Punkt: Die hat so eine „do what you like- like what you do“-Aura, da komm ich gar nicht auf die Idee, die könnt irgendwas anderes als der Mittelpunkt des Universums sein. Weil es gibt Tage, da hab ich so den Fokus auf mir selbst, da kommts mir vor, als wären alle andern nur Komparsen. Also sind sie ja auch, je nach Blickwinkel, genauso wie ich nur Komparsin bin in deren Leben. Nur eben niemals mit so Menschen wie der wunderbaren Wurstfachverkäuferin. Die würd ans Set kommen, weil sie in der Zeitung gelesen hat, dass die für eine Kaffehausszene noch Leute suchen, die im Hintergrund an den Tischen sitzen und sie sich spontan gedacht hat, „das klingt lustig, das schau ich mir mal an.“ Und dann würd sie da sitzen, fast schon in der Unschärfe und dann würd der Regisseur, wenn er halbwegs kompetent is, gleich nach dem ersten Take einsehen, dass sie viel zu präsent ist, also vor lauter „aktiv da“, den Fokus von der eigentlichen Handlung abzieht und dann würd er sie entweder nach Hause schicken oder ihr, was mir wahrscheinlicher vorkommt, direkt eine Hauptrolle verpassen und dann geht’s zack zack, Cannes, San Sebastian, roter Teppich und alles…

Ich lieb das immer…

…wenn ich auf die Uhr schau und dann sind da so die gleichen Zahlen. Oder eben gespiegelt. Funktioniert freilich nur, wenn digital. Schon auch irgendwie heftig, dass ich, wenn ich auf die Uhr schau, eigentlich aufs Handy schau. Also die Handy Uhr eben. Hat da noch irgendwer eine Armbanduhr? Also jetzt nur mit ihrer U(h)r-Funktion? Weil klar, Applewatch und sonstige Hightechteile, die einem jederzeit anzeigen, ob man noch Puls hat oder schon am abnibbeln is und so was alles. Egal, jedenfalls mag ich diese Zahlen so- also zum Beispiel 22:22 ist gut und dann noch besser 13:31 oder 01:10 und umgekehrt. Wenn ich also aufs Handy schau und da steht dann sowas, da freu ich mich immer, auch so ein bissl richtige Zeit, richtiger Ort vielleicht. Ich weiß natürlich, wenn man da alle durchgeht, is auch nicht mehr so gering die Wahrscheinlichkeit, dass man eine davon erwischt, wenn man wie gestört ständig nachschaut oder drauf wartet, dass die Zeit umspringt, auf die die man haben will. Mach ich aber nicht. Nein wirklich nicht! Das bringt dann nämlich nix, da kommt nicht das selbe Gefühl auf. Leider. Und dann am allerallerschönsten: 00:00. Das ist Silvester irgendwie. Stimmt ja auch, fängt schließlich jeden Tag an, das neue Jahr, wenn man’s so sehn will. Und so will ich’s sehn! Hat mich als Jugendliche schon nervös gemacht, das mit den Vorsätzen für ein ganzes Jahr immer auf den letzten Drücker im alten. Da is mir dann vielleicht die Luft raus am, sagen wir, 17. Jänner und dann eigentlich eh schon voll versemmelt, muss ich wieder warten bis Neujahr. Aber nein- Jeden Tag alle neuen Chancen! Wie großartig ist das denn bitte?! Und das ging zwar um 12:17 auch, aber doch eine recht uncharmante Zahl, da sind wir uns glaub ich einig, da macht 00:00 schon mehr her. Ich fühl das wirklich so, da ist alles auf Null-übertragen und direkt- und dort fängt man eben von vorne an. Also nur wenn man mag natürlich, müssen tut hier niemand!

Was für eine Vollpfeife…

…muss man eigentlich sein, um einen Flug zu verpassen?, hab ich mir schon oft überlegt. So eine wie ich, weiß ich jetzt. Geht übrigens ganz einfach- zu spät dran sein, weil man ja cool nur mit Handgepäck fliegt und meint, dass man da, ohne online Einchecken, easy cheesy einfach am Automaten seinen Pass reinhält und sich sein Ticket ausdruckt und mit langen Beinen dann große Schritte und geht schon. Sowieso klar, malt man sich dann kein Gesicht mehr auf oder besprüht sich mit 15 Parfums, da geht man direkt zum Gate, zack zack. Ja, hätt auch alles Bombe funktioniert, 30 Minuten vor Abflug. 28 Minuten vorher allerdings ganz andere Geschichte. Weil da geht dann überhaupt nix mehr und fliegen schon gar nicht. Das ist so automatisiert alles, da kann dir dann noch nicht mal eine Schalterperson mehr helfen. Vielleicht, wenn du ein tolles Ticket hättest, aber mit Economy-light vergiss es. Da schicken sie dich noch zum Umbuch-Schalter, aber wahrscheinlich bloß, damit du ihnen hier nicht in Tränen ausbrichst, sondern eben erst denen im ersten Stock, die dir erklären, dass man dein Ticket (vor lauter „light“) nicht umbuchen kann. Das machen die eh sehr liebevoll, auch wie sie dir dann einen neuen Flug raussuchen, eine Watschen is es trotzdem, wenn du erfährst, dass dich der Spaß jetzt zusätzlich mehr als doppelt soviel kosten würde, wie das eh auch gar nicht so billige „light“Ticket das da soeben irgendwo im Äther der Lufthansa-Cloud zu vergammeln beginnt. Jetzt sitz ich also im Zug für die nächsten siebeneinhalb Stunden. Mach ich wenigstens was für meinen ökologischen Fußabdruck. Oder eigentlich was dagegen. Wie war das nochmal? Das Ticket ist ja bezahlt und nachdem ich so spät dran war, werden die da wohl keinen mehr auf meinen Platz gesetzt haben, fliegt der also leer, der Platz. Is ja dann eigentlich unökologischer insgesamt und von der Ökonomie brauch ich gar nicht reden, also meiner persönlichen jetzt. Ja wie auch immer- nervig sowas natürlich und damit ich nicht ganz krawutisch werd, sag ich mir, was ich anderen auch sagen würd, nämlich, „es wird schon für was gut sein“. Hm. Na gut..Für was aber? Das kommt mir nämlich vor, wie so ein Fall, da brauchst nicht lange warten, das stellt sich recht schnell raus. Das Flugzeug ist mittlerweile auch ohne mich gelandet, zumindest hab ich nix gegenteiliges gehört, das kanns also schon mal nicht sein. Und Gott sei Dank auch! Also einerseits, weil das schon ein recht hoher Preis wär für „das hat sich ja ausgezahlt, den Flug zu verpassen“- wenn jetzt eben überlebt als Einzige und andererseits, stell man sich mal vor, man überlebt sowas als Einzige und das aus Versehen?! Was heißt das dann? Da tät ich mir ja vorkommen, als wär ich auserwählt für was. Und jetzt nicht im Guten, von wegen, meine Existenz hat Grund und Sinn (das Gefühl hab ich eh so auch) mehr von wegen, mit je wieder ausschlafen und in den Tag rein leben is over, es gibt eine Mission zu erfüllen, ich weiß bloß nicht welche, Hilfe, was mache ich hier?!! Und jetzt interessant: in dem Moment, wo ich das schreibe, geht der ICE-Kaffeedude, bei dem ich vor 10min einen Cappuccino gekauft hab plus ein bissi Trinkgeld, vorbei und schenkt mir ein Twix. Kein reguläres bitte, so ein extra großes. Jetzt normalerweise fremde Männer und überdimensionale Schokolade annehmen- eher nicht so.. mit meiner Vorgeschichte, würd ich aber sagen: „da siehst du wieder: richtige Zeit, richtiger Ort!“

Jetzt war ich also…

…mit meinem Vater und Brüdern auf Wanderschaft. Acht Tage lang und das in der sächsischen Schweiz. Die ist nicht in der Schweiz übrigens, die ist in Sachsen. Es heißt wohl alles mit annähernd Berg in Deutschland Schweiz. Zustande gekommen ist das Ganze übrigens, weil mein Vater schon vor einigen Monaten angekündigt hat, mit uns dreien eine Woche Urlaub zu machen. Egal wo, egal was es kostet. Jetzt bei mir gleich, Bali, Kite-Surfen in Marokko oder Tauchen im Roten Meer, solang da noch was los is korallentechnisch. Nicht, weil ich unbedingt ganz viel „fremdes“ Geld ausgeben will, aber halt schon wegen, wann kommt man denn sonst dahin?? Na gut, hab ich mich eh geschnitten, wollen sie den sogenannten Malerweg gehen die Brüder. Ich denk mir noch so: können’s das nicht mit ihren Freunden über ein verlängertes Wochenende machen? Ich mein, ich komm aus Tirol bitte, das liegt noch dazu direkt neben Südtirol, da fahr ich doch nicht nach Ostdeutschland zum wandern. Und dann sitz ich schon imAuto Richtung Dresden. Ich bin überstimmt und hatte auch zu wenig Antrieb, Konkreteres zu recherchieren um etwaige meiner Vorschläge tatsächlich zu promoten, darf mich also nicht (mehr) beschweren. Den Wanderurlaub musste jetzt der Bruder planen, auf dessen Mist er schließlich gewachsen war. Da seh ich noch so einen Hoffnungsschimmer, dass er das irgendwie verballert haben könnte und das, in Kombination mit einem überhaupt nicht geilen Wetterbericht, noch dazu führt, dass wir doch Last Minute in irgendeinen Flieger Richtung Süden… Aber nix da. „Dann wandern wir halt im Regen“. Na gut. Und jetzt interessant, bin ich freilich gleich mehreren Irrtümern aufgesessen. Zum einen einwandfrei organisiert die Etappen mit abwechslungsreichen und durch die Bank chilligen Unterkünften, dann das Wetter großteils ganz in Ordnung, jedenfalls besser als vorhergesagt und last but not least -die Landschaft. Das is maga geil dort! Alles voll mit Sandsteinformationen, die da aus dem Waldboden wachsen und durch die der Weg sich manchmal durchschlängelt, dann wieder kraxelt man drüber, oder spaziert gleich länger am Grat entlang mit (je nach Wetter) einer Bombenaussicht oder mehr so gruselig Nebel und herausragender Fels und unten immer irgendwo die Elbe. Und da gehn wir so unsere 16km täglich, was nicht viel ist, aber lange braucht, weil anders als ich das „gewohnt“ bin, geht man nicht auf einen Berg und wieder runter, sondern rauf-runter-rauf-runter-bissi gerade- rauf-runter. Das ist genau richtig für nicht zu anstrengend, mit Platz für Gedanken und Gelaber, mal tiefsinnig mal ohne und trotzdem läppert sichs, also am Abend schon das Gefühl, was getan zu haben und großes Fressen und ins Bett. Ich bin dann auch an einen Punkt gekommen, so an Tag 4,3 ca, da hab ich mir gedacht, ich könnt jetzt für immer so Leben: aufstehen, Frühstück, 7h durch den Herbst latschen, von Schweigen über „ich packe meinen Koffer“ zu tiefsinnigem Gelaber, zwischendurch Schoki, dann wo ankommen, duschen, wenn gibt Sauna, futtern, ins Bett und wieder von vorn. Ich glaub, das nennt man Wanderlust…

Diese Fliegerei…

…ja auch irgendwie lustig immer. Spielt sich ab zwischen „ja eh“ und „völlig wahnsinnig“. Da degradieren immer alle, in der Minute, in der sie ihren Hintern in den Sessel plumpsen lassen. Kein bitte danke irgendwas. Fängt eh schon beim boarden an eigentlich. Die überlegen sich ja was mit ihrem Einsteigsystem, die Airlines, so von wegen Gruppe F als erstes, damit die mal ganz hinten im Flugzeug verräumt sind und das gleiche in Ruhe mit ihrem Zeugs machen können und dann geht’s das Alphabet rückwärts so dahin. Klar, wer Mitglied bei irgendwelchen Stern-Allianzen ist, der kommt als erstes dran oder aber wann immer er möchte, aber die halten sich schon ran meistens, gibt schließlich Champagner zu vernichten oder was auch immer die besseren Leute so saufen. Und dann eben das Fußvolk. Das macht seinem Namen dann beim Einsteigen wirklich alle Ehre, da wird getrampelt und gedrängelt, als ging’s um was. Und das versteh ich ja am allerwenigsten: Also, als wär’s nicht völligstens egal, wann man in den Metallvogel reinsteigt. Ich mein, ich fänd’s noch logischer, wenn sich alle bis zur letzten Minute drücken würden, weil jetzt so abgedreht gemütlich is auch wieder nicht und falls doch, hat man ja eh noch Stunden um Stunden davon, bis wieder fester Boden. Aber lustig, wie da der Mensch gestrickt is. Da drängeln alle rein, so als wärs die Reise nach Jericho und es gibt einen Stuhl zuwenig oder was. Noch nicht einmal freie Platzwahl! Und dann stehn sie sich deppert gegenseitig im Weg natürlich, kann man sich ja denken, wenn da so ein B-Kandidat, der sich in die D-Gruppe geschummelt hat, jetzt allen alphabetisch Nach- aber systematisch Vorgereihten, den Gang verparkt, weil er sein Handgepäck so umständlich verräumt, als wär er überhaupt der allererste Mensch. Bei mir bare, beeilen oder nicht, mein Schicksal ist besiegelt, 20B, da hab ich auf beiden Seiten eine(n) sitzen. Natürlich immer oasch sowas, weil da is nix mit anlehnen oder Bein über die Lehne hängen oder was. Eh auch Wurscht eigentlich, weil, dass ich im Sitzen nicht schlafen kann, das weiß ich seit langem. Nutzt sich trotzdem nicht ab, das Gefühl, dass ich denen vor lauter Neid am liebsten eine auflegen würd, die sich da hinsetzen Kopf geradeaus und pennen. Frechheit sowas, echt! Ich versteh nicht, wie das gehen kann! Und da dann eben Verdacht nahe, dass die sich alle, oder zumindest ein Großteil, was ballern und dann hab ich mir gedacht, das kann ich auch und Schlafmittel besorgt und geht scho gemma. Da war ich dann direkt ein bissl aufgeregt, weil erstes Mal, also werf ich ein und schau auf die Uhr und denk mir, jetzt, Beritl, spätestens in einer halben Stunde knipst’s dich aus. Ich überleg noch, ob ich diese Information, so lang ich noch fähig bin, mit den mir nicht bekannten Sitznachbarn teilen muss, weil nicht, dass die sich dann nicht auskennen, wenn ich ihnen auf die Schulter sabber oder was. Ich entscheid mich für Beibehaltung des Informationsgefälles, auch weil ich mir plötzlich denk, dass das vielleicht besser niemand wissen soll, schließlich sitz ich am Notausgang und da hat man ja eine gewisse Verantwortung für das Leben der anderen Passagiere. Jetzt werd ich ein bissl nervös direkt, das hab ich mir vorher nicht überlegt und jetzt is zu spät, jetzt is sie schon drin die Tabse, höchstens könnt ich versuchen, sie wieder hochzuwürgen, aber das is nur so eine Idee, das is mir zu grauslig und würd ich eh nicht zustande bringen, hoff ich also, dass nur ja nix passiert, was ich dann retten müsst aber verschlafe. Ich weiß nicht, ich glaub ich hab mir eine Vollnarkose vorgestellt, wobei ich so einer auch noch nie aktiv begegnet bin und bin daher ein bisschen verunsichert aber auch enorm gespannt. Ja. Und jetzt kann man sich meine Enttäuschung vielleicht vorstellen, weil passiert ist rein gar nix. Also null. Nüsse. Kein Sabber, kein Ausgeknipst, nicht einmal ein klitzekleines bisschen weggenickt. Voll für’n Hugo. Hauptsache links und rechts neben mir schlafen sie seelenruhig. Tja, zieh ich mir eben wie üblich einen Film nach dem anderen ins System. Irgendwer muss schließlich auch im Fall der Fälle das mit dem Sichern des Überlebens am Notausgang regeln. Kategorie einer ist immer der Depp.